Der Tabellenführer wurde von unserer Ersten ordentlich gefordert

Spieler der FT Rosenheim sowie SV Vogtareuth bei einer Ecke

Zur ungewohnten Anstoßzeit ging es am Donnerstagabend für unsere Erste gegen den Tabellenführer SV Vogtareuth. Das Spiel wurde vom Wochenende vorgezogen, da viele unserer Spieler gemeinsam unterwegs sind. Die Bedingungen waren perfekt: sonniges Wetter, frisch gemähter Rasen, sauber gezogene Linien. Auch Axel Andrasy und Ismail Abdulaahi waren wieder im Kader, nachdem sie zuletzt arbeitsbedingt gefehlt hatten.

Vor dem Anpfiff lief jedoch nicht alles rund. Durch den frühen Spielbeginn war auch der Treffpunkt sehr früh angesetzt, und mit Sebastian Heiß und Tobias Schinzel fehlten zwei Stammspieler zunächst komplett. Sebastian kam erst kurz vor Anpfiff, Tobias sogar erst nach Beginn der Partie. Für Trainer Vadim Tregubov bedeutete das kurzfristiges Umstellen und eine Vorbereitung, die alles andere als optimal war.

Nach dem Anpfiff zeigte unsere Mannschaft sofort, dass sie sich vom Tabellenführer nicht beeindrucken lässt. Das Pressing war hoch, aggressiv und mutig. Eine frühe Offensivaktion verpuffte nur deshalb, weil Joel Branicki der Ball nach Zuspiel von Dominik Käsweber leicht versprang. Auf der Gegenseite wurde Vogtareuth durch einen Freistoß erstmals gefährlich, doch Sirko Viertel hatte den Ball sicher. Kurz darauf kam Sebastian Heiß aus der Distanz zum Abschluss, allerdings ohne große Gefahr.

Bis etwa zur 20. Minute war es ein intensives Hin und Her mit vielen Zweikämpfen. Unsere Jungs waren gut im Spiel, doch man merkte zunehmend, dass Vogtareuth mehr Kontrolle übernahm und sich über Standards und Flanken dem Tor annäherte. Nach einem unzureichend geklärten langen Ball kam der Tabellenführer erstmals richtig gefährlich vors Tor, doch der Abschluss von Michael Altmann, dem Top‑Torjäger der Liga, ging knapp vorbei.

Wenig später fiel das 0:1. Unser Pressing vorne war in dieser Situation nicht sauber genug, und Vogtareuth nutzte das sofort. Über unsere rechte Seite kombinierten sie sich nach vorne, bis Markus Mühlbauer den entscheidenden Moment erkannte und Michael Altmann mit einem diagonalen Ball freispielte. Altmann hatte dabei viel zu viel Zeit, konnte sich in Ruhe aufdrehen, den Ball vorlegen und dann mit seinem Abschluss oben links ins Eck treffen – Sirko war noch mit den Fingerspitzen dran, hatte aber keine echte Chance. Mit diesem Treffer kippte das Spiel spürbar, unsere Jungs wurden unsicherer, die Zweikämpfe gingen verloren und die Ordnung litt. Als sich Tobias Ptak verletzte, musste Tobias Schinzel früher rein als geplant, und Axel Andrasy rückte in die Innenverteidigung – eine ungewohnte Rolle, aber in dieser Phase alternativlos.

Vogtareuth blieb anschließend vor allem über Standards gefährlich und drückte uns zunehmend in die eigene Hälfte. Nach einem Einwurf auf unserer rechten Seite setzte sich erneut Mühlbauer durch mehrere Spieler durch und wurde im Strafraum gelegt. Der fällige Elfmeter war unstrittig, und Altmann verwandelte sicher zum 0:2. Bis zur Pause gelang es uns kaum noch, eigene Akzente zu setzen, da wir dem Tabellenführer zu viel Raum und zu viele zweite Bälle überließen.

In der Halbzeit folgte eine klare Ansprache: mehr Mut, mehr Körperlichkeit, mehr Zugriff. Und die Reaktion war beeindruckend. Mit dem Wechsel Raphael Moneti für Nicolas Hofmann rückte Raphael in die Innenverteidigung, Axel ging auf die Acht – und sofort änderte sich das Bild. Unsere Mannschaft kam mit völlig anderer Energie aus der Kabine, gewann die wichtigen Zweikämpfe und schob das Spiel immer weiter in die gegnerische Hälfte. Vogtareuth wirkte überrascht und fand kaum noch Entlastung.

Der Anschlusstreffer in der 58. Minute war die logische Folge. Eine perfekt getimte Hereingabe von Dominik Käsweber fand Tekleweini Beyen, der sich im Strafraum gut löste und einköpfte. Auch danach blieben wir am Drücker, spielten uns immer wieder ins letzte Drittel, doch die Genauigkeit im letzten Pass fehlte, um noch klarere Chancen herauszuspielen.

Erst in der 71. Minute tauchte Vogtareuth wieder gefährlich vor unserem Tor auf, als ein Freistoß den Kopf von Mühlbauer fand, der den Ball an die Latte setzte. Ein kurzer Schreckmoment, der aber nichts an unserem Spiel änderte. Die Jungs hatten viel investiert, doch mit zunehmender Spielzeit merkte man, wie die Kräfte schwanden. Trotzdem blieb die Partie offen, bis ein Ballverlust in der 85. Minute den nächsten Rückschlag einleitete. Der Steckpass auf Altmann war knapp abseits – wie spätere Bilder zeigten –, die Hereingabe rutschte zu Sebastian Heiß, der beim Rettungsversuch unglücklich ins eigene Tor traf. Zu allem Frust kam es nach dem Eigentor noch zu einer unschönen Szene: Markus Mühlbauer provozierte Sebastian Heiß deutlich, woraufhin Heiß sich zu einer Beleidigung hinreißen ließ. Der Schiedsrichter hörte das und zeigte Sebastian die rote Karte.

In der Schlussminute nutzte Vogtareuth einen weiteren Ballverlust über unsere rechte Seite, Markus Gaßner stand diesmal nicht im Abseits und schob zum 1:4 ein. Kurz darauf war Schluss.

Die Enttäuschung war groß, obwohl sie es nicht sein müsste. Die zweite Hälfte hat klar gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, wenn die Einstellung stimmt. Über weite Strecken haben wir den Tabellenführer dominiert und uns für den Aufwand nicht belohnt. Genau an dieser Leistung müssen wir anknüpfen.

Weiter geht’s am Sonntag, 03.05., um 14:00 Uhr auswärts gegen den SV Prutting (Am Sportplatz 1, 83134 Prutting).

Unsere Zweite spielt am Montag, den 27.04. gegen den SV Schloßberg und kann wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln.